Therapie

Welche Therapie wird durchgeführt?
Die Behandlung hängt ganz von der Ausgangssituation ab. Insbesondere muß eine gemeinsame Absprache der angestrebten Therapieziele erfolgen. Die eigenverantwortliche Mitarbeit des Kindes ist für eine erfolgreiche Behandlung unverzichtbar. Eltern und andere Bezugspersonen können dabei das Kind auf seinem Lösungsweg ganz wesentlich unterstützen.
Im Allgemeinen kommen bei Kindern nicht eingreifende Verfahren zum Zuge. Das Spektrum reicht von Entspannungsverfahren (z. B. Progressive Muskelentspannung n. Jacobson, Autogenes Training) über den Einsatz von TENS (Schmerz-Walkman) und Biofeedback bis zur Akupressur.
Einzel- und Gruppentrainingsprogramme runden die Behandlung ab. Ziel ist es, zusätzliche Fähigkeiten zur besseren Bewältigung der Schmerzen zu erwerben.
Medikamente werden dann eingesetzt, wenn die Schmerzen nicht zu bewältigen sind. Dabei wird besonders auf gute Verträglichkeit geachtet.
Nur ausnahmsweise sind Spritzen oder Infusionen o. ä. notwendig.

Wie wird der Behandlungsverlauf dokumentiert?
Bereits die Schmerzdokumentation kann bei Kindern schon eine therapeutische Wirkung haben: die täglichen Einträge melden die tatsächliche Schmerzsituation wieder. Hierdurch gleicht sich eine mögliche Diskrepanz zwischen Gefühl und Wirklichkeit an und lenkt die Aufmerksamkeit auf die oft längeren schmerzfreien Zeiten.

Wie lassen sich Schmerzen vorbeugen?
Die Schmerzvorbeugung beginnt bereits im Säuglingsalter: körperliche Nähe und Wärme der Eltern vermitteln eine schützende Atmosphäre von
Geborgenheit, in der das Kind in Schmerz besetzten Situationen ein stabiles Bewältigungsverhalten aufbauen kann.
Die Kinder können schon im frühen Alter durch geeignete Ablenkstrategien wie Zauberhandschuh, gemeinsames Anschauen und Vorlesen von Ausklappbüchern, Musik, Fantasiereisen und andere Verfahren unterstützt werden. Auch ein Zauber-Pflaster (EMLA), das in jeder Apotheke rezeptfrei erworben werden kann, hilft den Kindern, Spritzenangst zu überwinden. Wichtig ist vor allem, die Kinder frühzeitig auf Schmerz besetzte Situationen vorzubereiten. Die Zustimmung des Kindes ist dabei die wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Schmerzbewältigung z. B. bei Impfungen, Blutabnahmen, beim Zahnarzt.
Ziel der Schmerzvorbeugung ist es, dass die Kinder später als Jugendliche und Erwachsene Schmerzen kompetent meistern können.